Interview mit Mathilde Boubet

In diesem Schuljahr hatten wir das Glück, für ca. 8 Monate eine Fremdsprachenassistenzkraft aus Frankreich zugeteilt zu bekommen.

Frau Mathilde Boubet unterstützt uns dabei, den Kindern die Fremdsprache spielerisch, natürlich und authentisch nahezubringen.

Hier lesen Sie ein kleines Interview, das Frau Ferreira mit Madame Boubet geführt hat.

1) Hallo Mathilde, erzähl doch mal ein bisschen: Wer bist du und was bringt dich zu uns?

Mein Name ist Mathilde Boubet, ich bin 21 Jahre alt und komme aus einem kleinen Dorf im Zentrum Frankreichs. Es heißt Champigny en Beauce. Ich lerne seit 8 Jahren Deutsch und habe es immer geliebt. Ich studiere „Germanistik“, um eine Deutschlehrerin zu werden. Für die Zeit zwischen Bachelor und Master habe ich mich dazu entschieden, ein Jahr in Deutschland zu sein und mit dem Unterrichten zu beginnen.

2) Wie gefällt dir die Zeit im Pfälzer Wald bzw. Queidersbach?

Ich mag den Wald, die Umwelt und die Natur. Die Menschen sind sehr gastfreundlich und sehr nett. Queidersbach erinnert mich an das kleine Dorf bei mir zu Hause in Frankreich.

3) Welche Gedanken hattest du vor deiner Zeit als FSA?

Ich dachte, dass sich der Unterricht in Deutschland viel stärker von dem in Frankreich unterscheiden würde und befürchtete, dass die Schüler und Schülerinnen nicht so sehr an Französisch und Frankreich interessiert sein würden. Ich habe festgestellt, dass das total falsch war!

4) Was sind deine Aufgaben in der Schule?

Ich überlege mir und plane Aktivitäten und Unterrichtssequenzen auf Französisch und setze sie dann mit den Kindern um. Ich bringe den Kindern etwas über Frankreich und die Kultur bei und versuche, die Kinder dazu zu bringen, sich einige französische Wörter, Redewendungen und Sätze zu merken. Ich hoffe, dass mir das gelingt.

5) Was gefällt dir an der Arbeit mit den Kindern am besten?

Das Interesse der Kinder an meinem Unterricht und an meiner Kultur und die Neugierde und Unbekümmertheit der Kinder, die nicht zögern, alle Fragen zu stellen, die ihnen einfallen.

6) Deine Zeit bei uns ist leider bald schon wieder zu Ende, gab es Erlebnisse oder Momente, an die du dich bestimmt noch lange erinnern wirst?

Die ersten Tage in der Schule haben mich sehr geprägt: z.B. die Begegnung zwischen den Kindern und mir – Ich komme aus einem anderen Land und für die Kinder war es seltsam und sie haben es nicht wirklich verstanden. Viele Kinder haben mich am Anfang darauf hingewiesen, dass ich nicht wie sie spreche und dass das komisch sei.

Einige dachten auch, dass ich jeden Tag von Frankreich aus hin und zurückfahre.

Und natürlich werde ich mich an all‘ die schönen Momente erinnern, die ich mit den Kindern und mit meinen Kolleginnen und Kollegen verbracht habe.

7) Wie geht es für dich nach deiner Zeit in Queidersbach weiter?

Diesen Sommer werde ich die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunde genießen, bevor ich mein Studentenleben wieder aufnehme. Im September kehre ich dann nach Nantes zurück – meiner Studentenstadt, um meinen Master in Lehramt zu machen.

Nach diesem zweijährigen Masterstudium kann ich in Frankreich im Collège/Lycée unterrichten – In Deutschland entspricht das den weiterführenden Schulen, würde ich sagen.

8) Kannst du dir vorstellen nach deinem Studium noch einmal in Deutschland zu unterrichten?

Ja, ich denke schon, aber nicht sofort. Ich muss mir auch den Unterricht in Frankreich ansehen, bevor ich nach Deutschland zurückkehre. Deutsch ist in Frankreich so wenig verbreitet, dass ich dort bleiben muss, um diese Sprache und dieses schöne Land präsenter zu machen.

9) Möchtest du abschließend noch gerne etwas sagen?

Danke an alle für die schöne Zeit und alles, was ich in diesem Jahr gelernt habe.

Liebe Mathilde, vielen Dank für dieses Interview. Auch wir danken dir herzlich für die tolle Zusammenarbeit, deine Unterstützung und dein Engagement. Die Kinder lieben es, mit dir Französisch zu lernen. Sie und auch wir Kolleginnen und Kollegen werden dich vermissen.

Wir wünschen dir alles Gute auf deinem weiteren Weg.